Zuchtziele und Ethik

 

Von allen Hunderassen haben es mir die Shelties besonders angetan, u.a. auch deshalb, weil sie alle so verschieden sind. Kaum sonst findet man eine solche Vielfalt an Grösse, Farbe, Zeichnungen, Schattierungen etc. Es gibt doch fast nichts Schöneres als ein grosses Rudel herumtobender Shelties – jeder in seiner Eigenart einzig! Und entsprechend der Vielfalt der Vierbeiner ist auch der Geschmack der dazugehörenden Menschen. Jeder kann SEINEN Sheltie finden!  Deshalb ist es mir unbegreiflich, weshalb zuweilen die einen gegen die anderen ausgespielt werden, denn das Eigene ist nie erst im Vergleich mit anderem gut, sondern weil es in sich seine individuellen Qualitäten hat!

 Meine besondere Liebe gehört denjenigen Shelties mit den stämmigen Beinchen, den markanten Unterkieferchen und dem zutraulichen Wesen – eben den Amerikanischen Shelties.  In Bella Thompson, Belmark Shelties habe ich eine erfahrene -sie züchtet seit 20 Jahren Shelties -, engagierte und verantwortungsvolle Züchterin gefunden, der ich mein vollstes Vertrauen schenken darf.

Hundezucht bedeutet für mich ausschliesslich Hobby und eine zusätzliche Bereicherung im Zusammenleben mit meinen Hunden. Das heisst natürlich nicht, dass ich sie nicht sehr ernsthaft betreibe, sondern nur, dass damit keine anderen Interessen verbunden sind. Im Gegenteil: Mit dem Import meiner Zuchttiere aus Amerika betreibe ich einen beträchtlichen - auch finanziellen -  Aufwand. Z.B- nur schon die Kosten am hiesigen Flughafen für Zoll und Flughafengebühren machen rund einen Viertel des hier üblichen Welpenpreises aus. Ohne triftige Gründe würde ich dies alles nicht auf mich nehmen wollen, zumal auch ich mein Geld nicht aus Lottogewinnen beziehen kann!

Mein Ziel ist es, gesunde, wesensstarke und schöne  Shelties zu züchten, die bei sorgfältig ausgesuchten Menschen ihren Lebensplatz finden. Eine von Vertrauen geprägte Beziehung zu meinen Welpenkäufern ist mir sehr wichtig. Um all dies erreichen zu können finde ich u.a unumgänglich: 

 Konsequente Transparenz  

Meine HP wird sehr häufig aktualisiert, damit Interessierte an unserem  
Zuchtgeschehen aktiv teilhaben können.                                          Sämtliche Testresultate meiner Zuchttiere werden veröffentlich
Es wird nicht nur über „Erfolg“ berichtet, denn auch in der Hundezucht liegen    Freud  und Leid oft sehr nahe beieinander und gehören beide gleichermassen  zum Leben,                                                                  Und selbstverständlich finden Bilder von allen unseren Hundekindern auch        als Erwachsenen Platz auf unserer HP - nicht nur von denjenigen, die einen 
Ausstellungs- oder anderen Erfolg verzeichnen können, denn das wirkliche 
Leben findet immer im Alltag und nicht auf einem Podest statt. 

Gesundheit

 Gesundheit gehört zu den unverfügbaren Gütern, die nie garantiert werden können. Die moderne Medizin bietet die Möglichkeit, wenigstens  einen Bruchteil der bekannten Erbkrankheiten durch entsprechende Tests abzuklären. Selbst wenn diese alle positiv ausfallen, bedeutet dies selbstverständlich nicht, dass das Tier nun einfach „gesund“, sondern nur, dass es  frei von den konkret getesteten Krankheiten ist. 

GETESTETE ELTERNTIERE:

Trotzdem macht es viel Sinn und zeugt von Verantwortungsbewusstsein, die Hilfe dieser Tests für die Zuchtplanung in Anspruch zu nehmen.
Die Eltern meiner Amerikanischen Zuchttiere sind alle auf HD, CEA, Thyroid (Schilddrüse) und vWD (von Willebrandsche Krankheit = eine genetisch bedingte Blutgerinnungsstörung) getestet und für frei davon befunden worden. Im Pedigree des AKC sind übrigens bei jedem der Ahnen die Testresultate durch einen entsprechenden Code erkennbar. 

 Bei uns in der Schweiz betreffen die Gentests v.a. CEA  und MDR1. 

 CEA: Obwohl CEA in seiner milden Form (Choroidale Hypoplasie) für den Hund lebenslänglich kaum Probleme verursacht und deshalb eher ein Thema für Züchter ist, bin ich doch stolz, dass alle meine Amerikanischen Zuchttiere  genetisch frei von diesem Defekt sind. 

 MDR1 Defekt: Aus  eigener Erfahrung – mein fast 10 jähriger Collierüde ist MDR1 -/- - weiss ich um die Folgen schweren Auswirkungen dieses Defektes und richte mein Augenmerk deshalb besonders darauf.  Ich vermeide deshalb +/- x +/- Verpaarungen.

WURFPLANUNG:

Bei der Auswahl der Zuchtpartner vermeide ich enge Linienzucht, um den Genpool zu vergrössern.

ERNÄHRUNG:

Voraussetzung für eine gute Gesundheit ist ein starkes Immunsystem. Diesbezüglich lege ich sehr viel Wert auf die Schätze der Natur wie Weizenkeime, Blütenpollen, Echinacea, Honig, verschiedene Kräuter etc. .Unsere Welpen werden generell sehr vielseitig ernährt.

GESUNDHEITSCHECK DER WELPEN:

Kurz vor der Abgabe werden unsere Welpen nochmals dem Tierarzt für eine gründliche Untersuchung vorgestellt.  Dieser stellt ein Gesundheitszeugnis aus, das den Welpenkäufern übergeben wird. .

Trotz vielen Bemühungen kann ich  meinen Welpenkäufern nicht garantieren, dass ihr Liebling immer gesund sein wird. Ich kann aber versprechen, dass ich für alle Fragen jederzeit offene Ohren habe und mich um weiter führende Antworten bemühe.  

Wesensstärke

Der weit verbreitete Ansicht, eine differenzierte Wesensbeurteilung eines kleinen Hundes eben z.B. des Shelties als Voraussetzung zur Zuchtzulassung sei von untergeordneter Bedeutung, möchte ich vehement widersprechen. Natürlich richtet  ein Angst beissender kleiner Sheltie aus physiologischen Gründen weniger Schaden an als ein Vertreter einer grossen Rasse (wobei auch spitze Sheltiezähnchen bleibende Narben hinterlassen können!).. Aber darum geht es meiner Meinung nach gar nicht in erster Linie. Es sind nicht die kleinen Shelties, die der Menschheit gefährlich werden könnten, sondern es ist das immer Hunde feindlicher werdende Umfeld, das immer grössere psychische Anforderungen an alle Hunde gleich welcher Rasse stellt. Deshalb kann immer mehr nur ein wesensstarker  auch ein glücklicher Hund sein! Denn für jedes Lebewesen bedeutet es eine drastische Minderung seiner Lebensqualität, wenn es alltägliche Situationen stets von Angst und Furcht begleitet meistern muss.

Auf der körperlichen Ebene verbietet das Gesetz sog. „Qualzucht“ (d.h. solche, die Schmerzen oder Beeinträchtigungen in Kauf nimmt). Dies sollte meiner Meinung nach auch auf der psychischen Ebene Verbindlichkeit haben: Für die subjektive Befindlichkeit eines Individuums in Hinsicht auf seine Lebensqualität macht es nämlich keinen Unterschied, ob es wegen Schmerzen oder wegen Angst leidet. 

Bei der Auswahl meiner Zuchttiere hat deshalb das Kriterium „Wesensstärke“ eine sehr hohe Priorität. Mein hauptsächliches Augemerk liegt dabei auf der Zuchthündin, denn die Leistung einer instinkt- und wesenssicheren Hundemutter kann durch keinen Menschen ersetzt werden.

Während der Aufzucht ihrer Welpen versuche ich, auf möglichst viele Bedürfnisse der Mutterhündin einzugehen und ihr so gleichsam den Rücken zu stärken. Eine glückliche Mama kann ihre Aufgabe am besten erfüllen. .

Aus diesem Grund möchte ich nicht mehrere Würfe gleichzeitig (in absoluten Ausnahmefällen höchstens zwei) aufziehen – nicht wegen der Anzahl Welpen sondern der zu unterstützenden Mutterhündin.

In der achten Lebenswoche werden unsere Hundekinder von einer erfahrenen Welpenspielleiterin getestet. Dieser Welpentest ermöglicht es mir, die einzelnen Welpen in der verbleibenden Zeit noch gezielter zu fördern. Er wird auch mit den zukünftigen Besitzern besprochen und Ihnen bei der Abgabe mit den übrigen Dokumenten ausgehändigt. 

Eine differenzierte Wesensbeurteilung ihres Hundes z.B. hinsichtlich unterschiedlicher optischer und akustischer Reize, sowie  Menschenansammlungen in verschiedenen Konstellationen, kann für jeden Hundeführer sehr aufschlussreich sein. Sie kann natürlich erst beim erwachsenen Hund durchgeführt werden. Meine Welpenkäufer werden demnächst Gelegenheit bekommen, einen solchen Wesenstest mit ihrem Hund bei zwei dafür ausgebildeten Personen durchzuführen.

Aufzucht

Im Hause steht unseren Hundekindern ein geräumiges, helles und mit Bodenheizung versehenes Kinderzimmer zur Verfügung. So lange die Mutterhündin nachts bei ihren Welpen bleibt, übernachte ich auch dort.

Wenn die Welpen grösser sind, dürfen sie natürlich unter Aufsicht auch die anderen Räume erkunden. 

Inmitten der grossen Hundewiese liegt ihr 64 m2 grosses Welpengärtchen, wo sie nach Lust und Laune herumtoben können und ständigen Sichtkontakt mit den erwachsenen Hunden haben. Unter meiner Aufsicht dürfen sie natürlich auch mit den Grossen spielen. Zum Glück sind alle meine erwachsenen Hunde sehr „welpenverträglich“. 

Besuche sind ab der vierten Lebenswoche sehr herzlich willkommen, sind sie doch für die Welpen eine ausgezeichnete Möglichkeit, menschliche Zuwendung geniessen zu lernen. 

Sobald die Welpen geimpft sind, gibt es auch kleinere Ausflüge in unbekanntes Gelände oder Menschenansammlungen. Der Phantasie sind da keine Grenzen gesetzt. Bei dieser Gelegenheit lernen die Welpen auch das Auto kennen. 

Sorgfältig ausgesuchte Welpenspielstunden sind eine weitere gute Möglichkeit, um die Hundekinder auf das neue Leben in ihren zukünftigen Familien vorzubereiten. Ob es möglich ist, solche zu besuchen, hängt natürlich wesentlich von der Wurfstärke ab.

Ordentlich an der Leine laufen zu lernen, diese Kunst den Welpen beizubringen, überlasse ich den neuen Besitzern. Mir ist es in den ersten Lebenswochen wichtiger, dass sie viel Gelegenheit bekommen, ihre Welt selbständig zu erkunden und Wege zu finden, um „Probleme“ zu lösen. So kann Selbstvertrauen und Mut wachsen. 

Schönheit

Ich muss offen gestehen, dass mich von allen Arten von Beschäftigung mit dem Hund das Ausstellungswesen am wenigsten interessiert, obwohl in unserem Haushalt irgendwo auch ein paar Pokale herumstehen.

Schönheit hat für mich mit Liebe zu tun und mit Ausstrahlung. Es ist für mich schwer nachvollziehbar, dass sie erst im Vergleich mit anderen sichtbar werden und messbar sein soll. So wie  bei den Menschen noch nie „Mr. Schweiz“ oder „Miss Universum“  die für mich besonders schönen waren, schlägt  mein Herz selten für einen Champion unter den Hunden. Natürlich kenne ich gleichwohl  alle züchterischen Argumente dafür und kann sie  intellektuell auch nachvollziehen, aber eben: - mein Herz schlägt nicht dafür. 

Amerikanische Shelties haben es auf Ausstellungen in Europa und ganz besonders in der Schweiz schwer, weil sie nach dem innerhalb der  FCI geltenden Englischen Standard gerichtet werden. Wie gesagt, ich persönlich kann gut mit dieser Tatsache leben, finde es aber trotzdem schade, weil auf diese Weise an Amerikanische Shelties Massstäbe angelegt werden, denen sie nicht wirklich entsprechen können, und die ihnen auch nicht gerecht werden.

Längerfristig werde ich mich deshalb dafür einsetzen, dass auch der Amerikanische Standard von der FCI anerkannt wird und die Amis separat gerichtet werden. Ein solch grosses Projekt kann jedoch nicht im Alleingang verwirklicht werden. Dazu braucht es engagierte, disziplinierte MitstreiterInnen mit einem langen Atem. 

Bis es so weit ist, werde ich wie bis anhin Welpeninteressenten mit ausgeprägten Ausstellungsintentionen freundlich an Züchterkollegen von Englischen Shelties weiterleiten, weil sie so ihre Ziele eher verwirklichen können. 

Das neue Zuhause

Entgegen meinen anfänglichen Befürchtungen fällt es mir eigentlich ziemlich leicht, die Welpen zur gegebenen Zeit in ihr neues Zuhause zu entlassen. Dies deshalb, weil während der Zeit der Aufzucht die geknüpften Kontakte zu den zukünftigen Menschen vertieft wurden, gegenseitiges Vertrauen gewachsen ist und ihre Vorfreude  auf ihr neues Familienmitglied auch  mich - die Züchterin – ansteckt.

Ich geniesse die Welpenzeit immer als eine ganz besonders erfüllte Zeit, empfinde sie nie als „Arbeit“ und spüre doch, wie richtig es ist, die Hundekinder danach gehen zu lassen.

Die Zeit mit den Welpen bedeutet immer geliehenes Glück und ist deshalb besonders kostbar! 

Damit  gegenseitiges Vertrauen zwischen Welpenkäufer und Züchter wachsen kann, braucht es Zeit, Sorgfalt, Behutsamkeit – und die Ehrlichkeit, auch einmal nein sagen zu können. 

Ich züchte weder „Zuchtmaterial“ noch „Sportgeräte“, sondern kleine Jewels, die von ihren Menschen erkannt, geliebt und gefördert werden wollen. Und dies ein ganzes Hundeleben lang!

Deshalb ist es für mich das vornehmste Ziel, sog.  „Familienhunde“ zu züchten.  

Meine Hundekinder werden erst definitv versprochen, wenn sie ein paar Wochen alt sind,  nachdem erste persönliche Kontakte stattgefunden haben, die Lebensumstände im neuen Zuhause besprochen wurden, die Welpenkäufer sich alles in Ruhe gründlich überlegen konnten und erste Aussagen über Gesundheit und  Wesen des Hundekindes gemacht werden können. Da ich in der komfortablen Lage bin, viel Platz zur Verfügung zu haben, stehe ich nicht unter Druck, die Welpen unbedingt mit 10 Wochen abgeben zu müssen. Ich kann in aller Ruhe warten, bis die „richtigen“ Menschen gefunden sind. 

Häufige Welpentreffen sind für mich immer besonders gefreute Anlässe und vertiefen die Kontakte auch zwischen den Welpenkäufern. 

Certodog

Meine Mitgliedschaft bei Certodog bedeutet mir  viel. Dort habe ich schon einige ähnlich gesinnte Menschen getroffen, weiterführende Gespräche geführt und kompetente Beratung in Anspruch nehmen dürfen. Auch schätze ich die Wurfstätten – und Wurfkontrollen, wie sie von Certodog durchgeführt werden, sehr: Den Blick wirklich auf „das Wohl des Hundes“ gerichtet, sind solche Kontrollbesuche von Kompetenz, der Sicht für Wesentliches, der Fähigkeit, ganzheitlich zu beurteilen, und einer konsequenten Strenge geprägt. Ich bin jedenfalls stolz darauf, in meiner Zucht das Qualitätssiegel von CERTODOG verwenden zu dürfen.

Unsere  Welpen werden mit dem sehr umfangreichen Standardkaufvertrag von CERTODOG abgegeben, wo besonders deutlich auch das UNBEDINGTE VORKAUFSRECHT DES ZÜCHTERS  hervorgehoben ist.

Von CERTODOG stammt auch die Forderung nach  einem Gesundheitszeugnis kurz vor der Abgabe der Welpen. 

 Wenn Sie sich näher über CERTODOG informieren möchten, klicken sie hier: www.certodog.ch 

Nun hoffe ich, dass Sie sich durch diese umfangreichen Ausführungen ein klares Bild von meinen Zuchtzielen und der ihnen zugrunde liegenden Ethik machen konnten. 

                                                                     Annemarie Kirchhofer       

 

 
     
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